Privatisierung auf dem Wohnungsmarkt hat fatale Folgen

Die Privatisierung städtischer Wohnungsbauunternehmen sorgen derzeit in Hamburg und Dresden für Wirbel. 2004 hatte die amerikanische Investmentgesellschaft Fortress Investment Group die „Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten“ (GAGFAH) für rund 3,5 Milliarden Euro erworben. Ziel war es, möglichst zügig auf den Aktienmarkt zu gelangen. Für den Börsengang wurde die GAGFAH als Aktiengesellschaft nach luxemburgischem Recht gegründet. Im Zuge der Finanzkrise geriet das Unternehmen jedoch in eine Schieflage. In Hamburg gehören der GAGFAH knapp 9.000 Wohnungen. Viele sind in einem schlimmen Zustand. Der Grund dafür ist, dass die GAGFAH kaum Geld für die Instandsetzung ausgibt. Volker ter Haseborg und Lars-Marten Nagel haben für das Abendblatt recherchiert, ihr Ergebnis lautet: „Bei der Gagfah ging es jetzt um zwei Dinge: Kürzen bei der Instandhaltung und Retten bei der Rendite.“ Während die GAGFAH weiterhin auf Kosten der MieterInnen Profit erwirtschaftet, regt sich aber auch Widerstand. Im März hat der Arbeitskreis Umstrukturierung eine Protestfahrt mit MieterInnen aus Wilhelmsburg zur Geschäftstelle des Unternehmens organisiert:

http://aku-wilhelmsburg.blog.de/

Mit so genannten „Sozial-Chartas“ hatte die GAGFAH ursprünglich für ihre Mieter „Mieterschutzregeln“ festgeschrieben. Doch die Stadt Dresden, die 2006 fatalerweise die städtische Wohnungsgesellschaft WOBA Dresden mit ca. 48.000 Wohnungen an die Investmentgesellschaft verkaufte, wirft inzwischen der GAGFAH vor, massiv gegen die „Sozial-Chartas“ verstoßen zu haben und verklagt das Unternehmen auf eine Vertragsstrafe von 1,06 Mrd. Euro plus Zinsen.

Auf dem Wohnungsmarkt werden die negativen Folgen von Privatisierungen derzeit offensichtlich. Damit nicht auch die SAGA/GWG in den Strudel der Privatisierungen geraten: Unterstützt unser Volksbegehren!